CRM-Einführung in Schweizer KMU: Warum sie so oft scheitert – und wie Sie es besser machen
- Remo Nyffenegger
- 20. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Dez. 2025
Von Remo Nyffenegger | CRM, Marketing & Sales | LinkedIn-Schulungen
Ein CRM ist kein hübsches Adressbuch mit Login. Ein CRM ist das Betriebssystem für Marketing und Sales. Und genau deshalb scheitern CRM-Einführungen in KMU so oft: Man kauft Software – aber ohne Ziele, Prozesse, Datenlogik und Team-Enablement wird daraus schnell ein teures Excel mit mehr Klicks.
Hier sind die echten Gründe, warum CRM-Projekte kippen – und was Sie konkret anders machen sollten.
Der Klassiker: CRM als IT-Projekt statt als Wachstumsprojekt
Wenn CRM “bei der IT” landet, läuft es häufig in die falsche Richtung: Features, Felder, Integrationen – und niemand kann sauber beantworten, was Sales und Marketing damit besser können sollen.
CRM gehört in die Verantwortung von Geschäftsleitung / Vertrieb / Marketing – die IT ist
Support, nicht Owner.

9 Gründe, warum CRM-Projekte in KMU scheitern
1) Keine klare Zielsetzung
“Wir brauchen ein CRM” ist kein Ziel. Ziele sind z.B.:
Lead-to-Customer Prozess standardisieren
Angebotsquote erhöhen
Nachfassroutinen einführen
Pipeline und Forecast sauber machen
Ohne Ziele gibt’s später nur Diskussionen – und keine Akzeptanz.
2) Niemand führt wirklich das Projekt
Wenn niemand “den Hut aufhat”, wird CRM zum Gemeinschaftsprojekt mit Verantwortungslücke. Ergebnis: Entscheidungen werden vertagt, Scope wuchert, das Team verliert Geduld.
3) Keine Marketing- und Sales-Strukturen
CRM kann keine Prozesse erfinden. Wenn Lead-Definition, Übergaben (Marketing → Sales), Pipeline-Phasen oder Verantwortlichkeiten fehlen, digitalisieren Sie einfach Chaos.
4) Zu wenig interne Ressourcen und Know-how
KMU sind effizient – aber oft zu knapp besetzt. Wenn die Einführung “nebenbei” läuft, läuft sie meistens nicht.
5) Datenqualität: der unsichtbare Killer
Duplikate, alte Kontakte, unklare Firmenstrukturen, wild gepflegte Notizen – das macht jedes CRM kaputt. Eine Schweizer Studie zeigt, dass viele Firmen genau daran kämpfen.
6) Tool-Auswahl nach Bauchgefühl statt nach Use Cases
“Wir nehmen den Marktführer” ist keine Strategie. Entscheidend ist: Passt das System zu Ihren Abläufen, Ihrem Team und Ihrer Komplexität?
7) Zu komplexe Setups (weil’s “alles können soll”)
Workflows, Felder, Pipelines, Dashboards – alles sofort. Resultat: Das Team ist überfordert und macht wieder das, was immer geht: WhatsApp, Excel, Outlook.
8) Kein Training, kein Enablement, kein Change
Ohne Schulung und laufende Begleitung nutzen Mitarbeitende CRM nur halb – und dann sind die Daten schlecht – und dann glaubt keiner mehr dran. Change Management ist in KMU kein “Nice-to-have”, sondern Pflicht.
9) Schlechte Anforderungen und Scope-Management
Wenn Anforderungen schwammig sind, wird das Projekt teuer, langsam und frustrierend. Requirements-Management ist ein Hauptgrund, warum Projekte entgleisen.
Was in der Schweiz bei KMU zusätzlich reinhaut
Ressourcenknappheit: viele Rollen, wenig Zeit
Datenschutz & CRM-Disziplin: “Darf ich das speichern?” wird oft zu spät geklärt
Aussendienst-Realität: CRM muss mobil, schnell und idiotensicher sein
Mehrsprachigkeit: Felder, Vorlagen, Sales-Unterlagen – bitte nicht unterschätzen
So gelingt die CRM-Einführung: ein pragmatischer 5-Schritte-Blueprint
1) Ziele & Use Cases festnageln
Was soll Sales schneller/besser machen? Was soll Marketing liefern? Welche KPIs zählen?
2) Prozesse definieren (bevor Sie automatisieren)
Lead-Definition, Übergaben, Pipeline, Aktivitäten-Standard, Angebotsprozess.
3) Datenmodell & Datenqualität aufräumen
Firmen-/Kontaktlogik, Pflichtfelder, Dublettenregeln, Importstrategie.
4) Tool-Auswahl mit Anforderungskatalog
Einladen: 2–3 Anbieter, die wirklich zu Ihrem Setup passen (gross ist nicht automatisch besser).
5) Pilotieren, schulen, Governance setzen
Pilotteam, klare Spielregeln, kurze Trainings, Super-User, Reporting-Routine.
Mini-Checkliste: Sind Sie startklar?
Gibt es einen Projektowner mit Entscheidungsrecht?
Sind Ziele und KPIs definiert?
Ist der Lead-Prozess klar (Marketing → Sales)?
Haben Sie ein Projektteam inkl. Key-User?
Ist Datenbereinigung eingeplant?
Haben Sie ein Konzept für Schulung & Adoption?
Wenn Sie hier 2–3 Mal schlucken: gut. Dann sind Sie ehrlich – und genau das spart später Geld.
Die meisten CRM-Projekte scheitern nicht an der Software. Sie scheitern daran, dass Unternehmen zu spät merken: CRM ist Führung, Prozesse, Daten und Verhalten – erst dann kommt das Tool.
Wenn Sie wollen, begleite ich Sie als externer Partner von der Ausschreibung bis zur Einführung – inklusive CRM-, Sales- und LinkedIn-Team-Enablement, damit das System nicht nur “live” ist, sondern auch genutzt wird.
Autor: Remo Nyffenegger – ich unterstütze KMU bei CRM-Einführungen, der Verzahnung von Marketing & Sales und mit LinkedIn- und Social-Media-Schulungen, damit aus Kontakten Kunden werden. Termin vereinbaren.
Inhaber Aletheia Marketing und Co-Founder «die Marketingexperten»
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