Verlieren gehört zum Job: Was Radsport mit Marketing und CRM-Projekten gemeinsam hat
- Remo Nyffenegger
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Von Remo Nyffenegger | CRM, Marketing & Sales | LinkedIn-Schulungen
Ich bin ein begeisterter Hobby-Fahrradfahrer. Nicht Profi, nicht Podium – eher Kategorie: „viel Herz, manchmal schwere Beine“. Und genau deshalb liebe ich den Sport: Er ist brutal ehrlich. Man kann top trainieren, alles richtig machen – und trotzdem reicht es nicht. Punkt.
Und wissen Sie was? Genau das passiert auch in Marketing und CRM-Projekten. Sie können sauber planen, clever umsetzen, technisch alles im Griff haben – und trotzdem floppt eine Kampagne. Oder ein CRM-Go-Live laeuft stabil, aber die Nutzung bleibt im Keller.
Meine Meinung: Wer in Marketing und CRM nie „verliert“, hat entweder nie wirklich getestet – oder er schaut nicht genau hin.

Warum Verlieren in Marketing sogar gesund ist
Marketing ist kein Rezeptbuch. Es ist ein Spiel aus Hypothesen, Timing, Kanallogik und Psychologie. Und das heisst:
1) Nicht jede Massnahme performt
Content, der intern „genial“ wirkt, interessiert draussen niemanden.
Ads laufen – aber bringen die falschen Leads.
Eine neue Positionierung sieht super aus – aber killt kurzfristig die Conversion.
Das ist nicht schlimm. Schlimm ist, wenn man so tut, als ob es nicht passiert.
2) Verlieren zeigt Ihnen, wo die Wahrheit liegt
Erfolg fühlt sich gut an. Verlust ist wertvoller – weil er gnadenlos ehrlich ist:
Zielgruppe falsch verstanden
Angebot nicht scharf genug
Botschaft zu weich
Kanal unpassend
Timing daneben
CRM-Projekte: Das grosse „Verlieren“, über das niemand gern spricht
Beim Velofahren gibt es Tage, da läuft’s einfach nicht. Beim CRM ist es oft ähnlich – nur teurer.
Typische „Niederlagen“ im CRM-Alltag
Adoption fail: Das Team füllt Felder, arbeitet aber weiter mit Excel/Outlook.
Datenqualität fail: Duplikate, leere Felder, falsche Status – Reports sind wertlos.
Prozess fail: CRM bildet nicht den echten Alltag ab, sondern Wunschdenken.
Akzeptanz fail: „Der Chef kontrolliert mich“ killt Motivation und Offenheit.
Scope fail: Zu viel auf einmal, zu komplex, zu wenig Nutzen.
Und jetzt kommt der Punkt: Das ist kein Zeichen, dass CRM „nicht funktioniert“. Es ist Feedback. Wie ein Training, das zeigt: Da ist noch Luft.
Der entscheidende Unterschied: Verlieren oder Lernen
Im Radsport heisst Verlieren: analysieren, anpassen, wieder antreten. Nicht: „Velofahren ist doof, ich lass es.“ Genau das brauchen Marketing und CRM.
Verlieren ohne Lernen ist teuer
Dann wiederholt sich das Scheitern:
Kampagnen werden „einfach nochmal“ gemacht
CRM wird „nochmal nachgeschärft“
Teams werden müde, zynisch, passiv
Verlieren mit Lernen ist ein Systemvorteil
Dann entsteht Routine:
Hypothesen testen
Resultate auswerten
Massnahmen iterieren
Team besser machen
7 Prinzipien, wie Sie Verluste in Marketing und CRM in Fortschritt verwandeln
1) Definieren Sie „Erfolg“ vor dem Start
Keine Ziele = keine Erkenntnisse. Beispiele:
Marketing: Leads pro CHF, Conversionrate, Pipeline-Beitrag
CRM: Nutzungsquote, Datenvollständigkeit, Durchlaufzeiten, Forecast-Qualitaet
2) Fahren Sie lieber 3 saubere Tests als 1 Bauchentscheid
A/B-Tests, Pilotgruppen, gestaffelte Rollouts. Mutig sein heisst nicht blind sein, sondern messbar.
3) Machen Sie Post-Mortems normal
Nicht als Schuldgericht, sondern als Lernformat:
Was war die Annahme?
Was ist passiert?
Was machen wir nächstes Mal anders?
4) Schützen Sie psychologische Sicherheit
Wenn Leute Angst haben, ehrlich zu dokumentieren, ist Ihr CRM tot. Regel: CRM-Daten für Coaching und Zusammenarbeit – nicht für Mikromanagement.
5) Bauen Sie das CRM um den Alltag, nicht um das Organigramm
Wenn der Prozess im System nicht zur Realität passt, gewinnt immer die Realität.
6) Reduzieren Sie Komplexität radikal
Weniger Felder. Klarere Pflichtfelder. Saubere Standards. Ein CRM muss nicht alles können – es muss genutzt werden.
7) Feiern Sie kleine Fortschritte, nicht nur „den Sieg“
20% bessere Datenqualität, kürzere Reaktionszeiten, sauberere Pipeline – das sind echte Siege.
Wenn jemand sagt: „Wir wollen keine Fehler machen“, dann sagt er oft: „Wir wollen uns nicht angreifbar machen.“Menschlich – aber keine Wachstumsstrategie.
Marketing ohne Flops ist Zufall. CRM ohne Rückschläge ist Märchenstunde.
Fazit
Als Hobby-Fahrradfahrer weiss ich: Nicht jeder Tag ist Podium. Aber jeder Tag liefert Daten. Und genau so sollten Sie Marketing und CRM sehen: Verlieren gehört dazu – solange Sie daraus schneller lernen als der Wettbewerb.
Autor: Remo Nyffenegger – ich unterstütze KMU bei CRM-Einführungen, der Verzahnung von Marketing & Sales und mit LinkedIn- und Social-Media-Schulungen, damit aus Kontakten Kunden werden. Termin vereinbaren.
Inhaber Aletheia Marketing und Co-Founder «die Marketingexperten»
_edited.png)



Kommentare